Logopädie für Kinder im TherapieZentrum Wedel

Logopädie für Erwachsene in Wedel

Es ist noch immer eine verbreitete Auffassung, dass sich Sprachprobleme bei Kindern von selbst “auswachsen”. Unbehandelte Sprachstörungen wirken sich jedoch häufig negativ auf andere Entwicklungsbereiche aus und können Lese-Rechtschreibprobleme oder Verhaltensauffälligkeiten nach sich ziehen. Lassen Sie sich daher unbedingt beraten, wenn Sie sich Sorgen um die Sprachentwicklung Ihres Kindes machen oder es im Kindergarten bzw. der Schule Probleme mit der Sprache gibt.

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen

Mit auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS) ist eine Schwäche bei der Verarbeitung von Gehörtem gemeint, wie z. B. der Unterscheidung von Lauten oder der Störschall-Nutzschall-Trennung. Das heißt, dass zum Beispiel ähnlich klingende Laute wie „t“ und „d“ nicht deutlich genug unterschieden werden können oder dass die Kinder sich zu leicht von Störgeräuschen ablenken lassen. Die AVWS liegt sehr häufig verschiedenen Sprachproblemen zu Grunde. In der Logopädie führen wir gezielte Hörübungen durch, die die auditive Verarbeitung und Wahrnehmung des Kindes verbessern und schaffen so eine wichtige Grundlage für die weitere Sprachentwicklung.

Wir bieten auch die Individuelle Auditive Stimulation nach Dr. Kjeld Johansen an, ein auf Musik basierendes Hörtraining. Dabei werden speziell komponierte und individuell an den Hörer angepasste CDs mehrere Wochen lang täglich gehört, wodurch sich die auditive Verarbeitung und Wahrnehmung häufig entscheidend verbessern lässt.

Aussprachestörungen (Artikulationsstörungen)

Unter Artikulations- oder Aussprachestörungen verstehen wir Abweichungen bei der Bildung von Lauten. So wird z. B. der Laut „s“ beim Lispeln nicht mit der für die deutsche Sprache typischen Klangschärfe ausgesprochen. Bei uns lernen Kinder bzw. Jugendliche zunächst, den Unterschied in der Klang-schärfe wahrzunehmen. Dann kräftigen wir mit speziellen Übungen die Sprechmuskulatur, so dass der Laut korrekt gebildet werden kann.

Ess- und Fütterstörungen

Von einer Ess- bzw. Fütterstörung bei Babys und Kleinkindern spricht man,

    • wenn es Probleme beim Saugen gibt

    • die Mahlzeiten unverhältnismäßig lange dauern
    • die Kinder die angebotene Nahrung ablehnen bzw. den Mund gar nicht öffnen
    • die Kinder viel zu wenig trinken
    • die Kinder beim Trinken immer wieder einschlafen
    • die Kinder beim Trinken sehr unruhig werden oder sich steif machen
    • die Kinder sich immer wieder von der Nahrungsquelle weg drehen.

Auch wenn später die Umstellung von flüssiger auf breiige bzw. feste Kost erhebliche Probleme bereitet, kann dies an einer Ess- und Fütterstörung liegen. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Neben organischen Ursachen wie Mundfunktionsstörungen kann z. B. eine Interaktionsstörung zwischen Eltern und Kind vorliegen, bei der die Signale des Kindes nicht richtig gedeutet werden. In der Therapie entwickeln wir je nach Ursache der Störung ein individuelles Behandlungskonzept für Sie und Ihr Kind. Ziel dabei ist nicht nur eine ausreichende, sichere Versorgung mit Nahrung, sondern auch eine entspannte Situation zu schaffen, in der sich Eltern und Kinder wieder wohl fühlen.

Kindliche Schluckstörungen (Dysphagien)

Ursache für kindliche Schluckstörungen (= Dysphagien) sind häufig neurologische Erkrankungen wie z. B. ein Schädel-Hirn-Trauma, Entzündungen des Gehirns oder Zerebralparesen. Auch bei Syndromerkrankungen oder Fehlbildungen können Schluckstörungen auftreten. Bei einer Schluckstörung sind meistens die Beweglichkeit bzw. Koordination der am Schluckvorgang beteiligten Muskeln beeinträchtigt sowie die Wahrnehmung im Mundraum. Dadurch kommt es zu Husten und Verschlucken von Flüssigkeiten oder Nahrung. Aber auch das Kauen und Einspeicheln kann problematisch sein. Ziel der logopädischen Therapie ist es, eine sichere und ausreichende Nahrungsaufnahme zu gewährleisten. Dies kann zum einen durch die Behandlung der Muskulatur geschehen, z. B. durch die orofaciale Regulationstherapie nach Castillo-Morales. Zum anderen können kompensatorische Techniken oder Hilfsmittel zum Einsatz kommen, wie z. B. Kostanpassung, eine Veränderung der Sitzposition oder die Auswahl eines passenden Trinkgefäßes. Die Anleitung und Beratung der Eltern im Umgang mit der Schluckstörung ist dabei selbstverständlich.

Kindliche Stimmstörungen

Wenn die Stimme eines Kindes länger als drei Monate heiser, rau oder gepresst klingt, es keine hohen bzw. tiefen Töne mehr singen kann, viel Räuspern oder Husten muss, kann eine kindliche Stimmstörung vorliegen. Lautes Sprechen ist dann oft nur mit vermehrtem Krafteinsatz möglich, was die Stimmstörung weiter verstärkt. Auslöser für eine kindliche Stimmstörung können Infekte im Rachenbereich, häufiges Schreien oder zu hoher bzw. unökonomischer Krafteinsatz beim Sprechen sein. Unbehandelt kann dies im Laufe der Zeit zu sogenannten “Schreiknötchen” führen, d. h. zu organischen Veränderungen auf den Stimmlippen. In der logopädischen Therapie wird die Eigenwahrnehmung des Kindes für seinen Körper sowie seine Stimme geschult. Außerdem finden Entspannungsübungen, Übungen zum Haltungsaufbau sowie zur Atmung statt. Dazu vermitteln wir dem Kind den richtigen Umgang mit seiner Stimme. Dies alles geschieht spielerisch und in enger Zusammenarbeit mit den Eltern.

Kommunikativ-pragmatische Störungen

Im Laufe der Sprachentwicklung lernt ein Kind einerseits, dass Sprache ein Mittel ist, um sich anderen Menschen mitzuteilen, also zu kommunizieren. Andererseits lernt es, wie man durch Sprache bestimmte Ziele erreicht – es nutzt die Gebrauchsfunktion bzw. Pragmatik von Sprache: Das Kind drückt Protest aus, bittet um Hilfe, stellt Fragen, führt Dialoge und lernt dabei, die Perspektive des Gesprächspartners zu berücksichtigen. Bei kommunikativ-pragmatischen Störungen fehlt den Kindern beim Erzählen oft der thematische Zusammenhang. Das Kind wechselt abrupt das Thema oder macht Gedankensprünge, die der Zuhörer nicht nachvollziehen kann. Es kommt zu Äußerungen, bei denen Erklärungen fehlen oder Informationen bzw. Ereignisse nicht in der richtigen Reihenfolge wiedergeben werden. Signale ihres Zuhörers werden von den Kindern häufig nicht beachtet oder falsch gedeutet, so dass die Kinder auch auf Nachfragen oder Beiträge ihres Gesprächspartners nicht angemessen reagieren können. Dabei macht sich eine kommunikativ-pragmatische Störung nicht nur bei gesprochener Sprache sondern auch im Verständnis von Texten bemerkbar. Kommunikativ-pragmatische Störungen können isoliert oder im Rahmen einer Sprachentwicklungsstörung auftreten.

Mundfunktionsstörungen (myofunktionelle Störungen)

Bei einer myofunktionellen oder Mundfunktionsstörung ist das Kräftegleichgewicht der Muskeln, mit denen wir sprechen oder schlucken, gestört. Dadurch kommt es zu einer falschen Zungenlage sowie zu einem falschen Schluckmuster, bei dem die Zunge gegen die Frontzähne drückt. Dies kann zu Zahnfehlstellungen führen oder dazu, dass Zähne erst verspätet durchbrechen können. Auch Mundatmung, Kieferprobleme und Artikulationsstörungen sind eine häufige Folge. Durch die logopädische Behandlung werden die betroffenen Muskeln gekräftigt, die korrekte (physiologische) Zungenlage und das richtige Schluckmuster trainiert. Dabei arbeiten wir nach den Therapiekonzepten von Anita Kittel, Beatrice Padovan und Petra Schuster.

Näseln (Rhinophonie/Rhinophonolalie)

Unter Näseln versteht eine Störung des Stimmklangs und manchmal auch der Artikulation, durch die die Verständlichkeit erheblich eingeschränkt sein kann. In der Logopädie unterscheiden wir dabei zwischen offenem Näseln, bei dem beim Sprechen zu viel Luft durch die Nase entweicht, und dem geschlossenen Näseln, bei dem keine Luft durch die Nase entweicht, so dass ein dumpfer Stimmklang entsteht. Ursachen für Näseln können entweder organisch oder funktionell sein. Organische Ursachen können unter anderem Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten oder eine Lähmung des Gaumensegels nach Schlaganfall sein. Eine häufige funktionelle Ursache ist das Beibehalten einer “Schonhaltung” bzw. Sprechgewohnheit nach einer Polypen- oder Mandelentfernung.

Phonologische Verzögerungen oder Störungen

In der Logopädie werden Probleme des Lauterwerbs auch phonologische Verzögerungen bzw. Störungen genannt. Hat ein Kind beispielsweise noch kein “k” erworben, sagt es “Tuh” für “Kuh”. Bis zu einem gewissen Alter ist das normal und kein Grund zur Besorgnis, da die kindliche Sprachentwicklung in Etappen verläuft: Das heißt, je älter das Kind wird, umso mehr Laute seiner Muttersprache lernt es, bis es schließlich alle Laute erworben hat. In der deutschen Sprache sollte dieser Prozess mit ca. 4,5 Jahren abgeschlossen sein. Hat ein Kind also im Gegensatz zu der Mehrheit seiner Altersgenossen einen bestimmten Laut noch nicht erworben, spricht man von einer phonologischen Verzögerung. Zeigt es Lautersetzungsprozesse, die in der deutschen Sprache normalerweise gar nicht vorkommen, hat es eine phonologische Störung. Bei uns lernt das Kind nach dem Konzept P.O.P.T. von Dr. Annette Fox-Boyer, ähnlich klingende Laute voneinander zu unterscheiden, die Laute zu bilden, die es noch nicht verwendet, und auch in seiner Alltagssprache korrekt einzusetzen. Phonologische Verzögerungen bzw. Störung hängen ursächlich meistens eng mit dem Hören zusammen. Hatte ein Kind beispielsweise häufig Mittelohrentzündungen, kann dadurch seine Wahrnehmung für Sprachlaute beeinträchtigt sein, so dass es logopädische Unterstützung braucht (vgl. auch auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen).

Redeflussstörungen wie Stottern oder Poltern

Bei den Redeflussstörungen unterscheidet man Stottern und Poltern: Kennzeichen beim Stottern sind Blockaden, unfreiwillige Wiederholungen oder Dehnungen von Lauten, Silben oder Wörtern. Welche Ursachen dafür verantwortlich sind, ist bislang nicht eindeutig geklärt – man geht von familiärer Veranlagung aus (genetische Disposition). Dazu kommen eine Reihe unterschiedlicher, sich gegenseitig beeinflussender Faktoren, die das Stottern verstärken bzw. aufrechterhalten. Bei der Behandlung des Stotterns von Kindern gehen wir nach dem direkten, symptomorientierten Ansatz Mini-Kids bzw. Kids von Sandrieser und Schneider vor, bei Erwachsenen nach van Riper.

Beim Poltern werden Laute verschluckt bzw. es kommt zu einer verwaschenen Aussprache durch überhastetes, schnelles Reden. Dem liegt wahrscheinlich ein Missverhältnis zwischen der motorischen Sprechfähigkeit, dem Sprechtempo und Defiziten in der Eigenwahrnehmung zugrunde. Doch auch wie es zu diesem Ungleichgewicht kommt, ist noch weitestgehend unklar. Beim Poltern besteht anders als beim Stottern bei den Betroffenen nur selten ein Leidensdruck oder Störungsbewusstsein. Meistens leiden eher die Gesprächspartner, weil die Äußerungen kaum zu verstehen sind.

Sprachentwicklungsverzögerungen oder -störungen

Bei Sprachentwicklungsverzögerungen oder -störungen entspricht die Sprachentwicklung des Kindes auf verschiedenen sprachlichen Ebenen nicht der Entwicklung seiner Altersgenossen. Von einer Sprachentwicklungsverzögerung spricht man bei Kindern bis zu 3 Jahren, sind die Kinder älter spricht man von einer Sprachentwicklungsstörung. Wichtig ist, auch bei jüngeren Kindern nicht zu lange abzuwarten, sondern zu handeln: Hat das Kind um seinen zweiten Geburtstag einen Wortschatz von weniger als 100 Wörtern und bildet noch keine Zwei- bzw. Mehrwortsätze, sollte man den Kinderarzt aufsuchen, damit er logopädische Diagnostik verschreibt.

Von einer Sprachentwicklungsverzögerung oder –störung betroffen sein können der Lauterwerb (vgl. phonologische Störung), das Sprachverständnis, der Wortschatz, die Grammatik sowie der Bereich der Kommunikation und Pragmatik (siehe auch kommunikativ-pragmatische Störung). In der logopädischen Behandlung bieten wir dem Kind spielerisch die sprachlichen Strukturen an, mit denen es Probleme hat, und beraten die Eltern bei der optimalen Förderung der Sprachentwicklung ihrer Kinder im Alltag.

Störungen der Schriftsprache

Störungen der Schriftsprache werden auch als Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) oder Entwicklungsdyslexie bzw. -dysgraphie bezeichnet und sind eine sogenannte Teilleistungsschwäche. Das bedeutet, dass ein Kind ausschließlich in den Bereichen Lesen und/oder Schreiben große Probleme hat, während es sonst durchschnittlich begabt ist. Das Lesen Lernen fällt jedoch sehr schwer: Die Kinder lesen länger als ihre Mitschüler einzellautlich, so dass sie sogar für kurze Texte viel Zeit brauchen. Außerdem ist das Lesen sehr mühsam, den Sinn eines Textes erfassen sie meistens nicht. Beim Schreiben werden häufig Buchstaben ausgelassen oder vertauscht. Überdurchschnittlich häufig zeigen Kinder, die unter einer LRS leiden, Sprachentwicklungsauffälligkeiten oder eine eingeschränkte phonologische Bewusstheit wie z. B. Lauterkennungs- oder auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsprobleme. Hier setzen wir Logopädinnen mit unserer Hilfe an. Die Automatisierung des Gelernten fördern wir durch das Lernprogramm IntraActPlus-Konzept nach Dr. Fritz Jansen und Uta Streit. Das Konzept vermitteln wir auch den Eltern, so dass sie ihre Kinder optimal beim Schriftspracherwerb unterstützen können.

Unterstützte Kommunikation

Neurologische Erkrankungen, organische Fehlbildungen oder geistige Behinderungen können dazu führen, dass die Verwendung von gesprochener Sprache nicht bzw. vorübergehend nicht möglich ist. Um Bedürfnisse und Wünsche dennoch mitzuteilen bzw. mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, üben wir in der Logopädie den Umgang mit Gebärden, Bildtafeln, Kommunikationsbüchern oder elektronischen Sprechhilfen, sogenannten Sprachcomputern. Bei Kindern werden Sprachentwicklungsprozesse durch den Einsatz dieser Hilfsmittel häufig entscheidend angeregt und unterstützt.

Verbale Entwicklungdyspraxien/kindliche Sprechapraxien

Bei der verbalen Entwicklungsdyspraxie oder kindlichen Sprechapraxie ist die Planung von Sprechbewegungen beeinträchtigt. Dies führt sehr häufig dazu, dass die Kinder erst spät anfangen zu sprechen und bei der Bildung vieler Laute erhebliche Probleme haben, da sie die notwendigen Lippen- und Zungenbewegungen nicht koordiniert ausführen können. In der logopädischen Therapie trainieren wir daher hauptsächlich die Bewegungsabläufe beim Sprechen. Dabei arbeiten wir vor allem nach der Assoziationsmethode von Mildred McGinnis, nach TAKTKIN von Beate Birner-Janusch und dem niederländischen Dyspraxieprogramma.

Terminvereinbarung

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Logopädie für Kinder in Wedel

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